„JEDE ZEIT HAT IHRE AUFGABE,
UND DURCH DIE LÖSUNG DERSELBEN RÜCKT DIE MENSCHHEIT WEITER.“
HEINRICH HEINE

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Mi 14. Feb 2018
Jour fixe
Herrenabend

Heine-Freund Thomas Timmermanns: "BMW und die Automobilindustrie" (FOTOGALERIE)

Am Aschermittwoch 2018 stand auf dem Programm des Jour fixe nach dem traditionellen Matjesessen ein Impulsvortrag von Heine-Freund Thomas Timmermanns über Neuigkeiten aus dem Hause BMW und mit Zahlen zu Entwicklungen in der Automobilindustrie. In einem Vorab-Gespräch mit der Redaktion des Heine Kreises äußerte er sich zur Zukunft des Automobils ............. .


 

Die Autohaus Timmermanns GmbH, langjähriger BMW und MINI Partner, wurde am 12. Oktober 2016 von der Quadriga Hochschule in Berlin und dem Magazin „Vertriebsmanager“ mit dem Deutschen Preis für Sales Performance in der Kategorie „Pricing“ ausgezeichnet. Zum ersten Mal würdigt der Deutsche Preis für Sales Performance herausragende Leistungen im Vertrieb und Vertriebsmanagement.  

 

Das Autohaus Timmermanns ist seit vierzig Jahren erfolgreicher BMW-Händler und seit dem 1. Juli 2015 auch BMW M Sport Partner, also eine Erste Adresse für Liebhaber der besonders PS-starken und sportlichen BMW-Modelle.

 

 

Die Begrüßungsansprache des Vorstands hielt Bernd J. Meloch, da Dr. Andreas Turnsek verhindert war. Bernd J. Meloch begrüßte den neuen Heine-Freund Dieter Beste, einen langjährigen Weggefährten und persönlichen Freund von Heine-Freund Jean Pütz, und gab bekannt, dass auch Olaf Schaper als neues Mitglied den Weg in den Heinrich Heine Kreis gefunden hat. Heine-Freund Dieter Beste stellte sich den zahlreich anwesenden Heine-Freunden vor und verriet, das Jean Pütz ihn zum Beitritt überzeugt hat. Mit kräftigem Applaus wurde er herzlich ausgenommen. Bevor jedoch das Mikrofon für eine Zeit verstummte, weil der Matjes aufgetischt werden sollte, ergriff Heine Freund Walter Schuhen noch das Wort, um in einem kurzen Erlebnisbericht seine Eindrücke und Erlebnisse von der Kürfahrt des ersten Mottowagens der Jüdischen Gemeinde Düsseldorfs in einem Rosenmontagsumzug zu vermitteln. Der Heinrich Heine Kreis hatte sich als Sponsor für den Heine-Wagen engagiert, der mit dem Signet des Heine Kreises geschmückt und auf dem in historischer Kostümierung Andreas Turnsek mitgefahren war. Die Presse hat ausgiebig, auch über den Stadtrand von Düsseldorf hinaus, über dieses historische Ereignis berichtet. Mit der Wagennummer 6 kam die Überraschung für die zigtausend Jecken auf den Straßen und das Millionenpublikum an den Bildschirmen direkt zum Auftakt des Rosenmontagsumzugs 2018. Eine kluge Entscheidung der Zugverantwortlichen.

 

Nach den delikaten Matjes gehörte die Arena Heine-Freund Thomas Timmermanns. Foliengestützt hielt er in der Manier eines Profi-Storytellers einen höchst informativen Vortrag und bekam für seine Ausführungen lang anhaltenden Applaus. Seine Vortragskunst besteht darin, aus trockenen Zahlen spannende Geschichten zu entwickeln. Storytelling, das emotional das Auditorium erreicht. Dem begrenzten redaktionellen Raum im Content verpflichtet, können nur einige Aspekte wiedergegeben werden. Das Interview der HHK-Redaktion mit Thomas Timmermanns ist weiter unten abgedruckt.

 

NO2 als Emissionsgrenzwert für Dieselmotoren tauchte erstmals in der ab Januar 2000 verbindlichen Euronorm 3 mit 500 mg/km auf. Viereinhalb Jahre später war der Richtwert mit 80 mg/km – Euronorm 6b mit zum Start September 2014 – bereits auf ein Sechstel reduziert worden. Nach der Umstellung des wenig realitätsabbildenden Prüfverfahrens NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) auf WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) greift zum September 2017 die Euronorm 6c mit dem Wert 168 mg/km, das 2,1-fache des NEFZ-Werts. Gemessen an diesem Richtwert liegen zehn deutsche Fabrikate deutlich unter dieser Grenze, vom Spitzenreiter BMW 520d mit 28 mg/km bis zur deutschen Nr. 10, den VW Gold 2.0 TDI Variant mit 148 mg/km. In einem vom ADAC durchgeführten Euro 6c Eco-Realitätstest auf NO2 bei 168 Fahrzeugen internationaler Automobilhersteller liegen drei deutsche Automobilbauer mit ihren Diesel-Flotten signifikant unter dem Normwert von 168 mg/km: BMM/Mini mit 141 mg/km, Volkswagen mit 146 mg/km und Mercedes mit 149 mg/km. Große Marken wie Peugeot/Citroen (263), Ford (488) und Renault/Dacia (684) sind noch weit von der Zielmarke entfernt. Ein Markenzeichen für die Qualität der Ingenieure und Techniker der deutschen Autokonzerne, die ihre Hausaufgaben gründlich erledigt haben.

 

Bei BMW sieht das technologische Konzept für die Zukunftstauglichkeit von Diesel wie folgt aus: BMW setzt hier auf eine mehrstufige Technik. Dabei greifen Ad Blue® Tank, ein SCR-Katalysator (selektive katalytische Reduktion), ein SCR-Dosiermodul und ein NO2 Speicherkatalysator und Partikelfilter ineinander. Ergebnis dieser emissionsreduzierenden Technologie: Alle Dieselfahrzeuge von BMW und Mini erhalten an März 2018 die Abgasnorm Euro 6c oder Euro 6d-Temp. Damit leistet diese neue Generation umweltfreundlicher Dieselmotoren einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele.

 

Dynamik, Ästhetik und Innovation sind die bereits 1936 geprägten Leitbegriffe von BMW. Nimmt man diese Maxime als Parameter für Entwicklungen, zeigt sich in dem technologischen Fortschritt in der Dieseltechnik ein gewaltiger Innovations(vor-)sprung.

 

Für die Damen der Heine-Freunde sicher besonders interessant: Drei Viertel der Neuzulassungen sind grau/silber, schwarz oder weiß, gefolgt von blau (11 %), rot (7 %) und braun (3 %). Gelb, grün, orange und lila – ferner liefen.

 

 

 

 

Heine-Freund Thomas Timmermanns hat die Redaktion des Heine Kreises zu einem Gespräch eingeladen, das am 2. Februar 2018 in seinem Büro seiner Hauptniederlassung auf der Heerdter Landstraße 110 stattfand. Es wurde eine höchst interessante Unterhaltung in Sachen Automobil 4.0. Aber lesen Sie selbst:

 

Feuer, Rad und Schrift sind markante Wegmarken und richtungsweisende Katalysatoren in der kulturellen Evolution der Spezies homo sapiens. Die Erfindung des Buchdrucks war gleichfalls ein Epochen generierendes Ereignis, war nun Wissen für jedermann zugänglich. Gutenberg ist der Mann, der die Intentionen der europäischen Aufklärung nach Mündigkeit und Bildung durch bedrucktes Papier erst ermöglichte. Nicht zuletzt haben die Motoren von Karl Benz und Rudolf Diesel das Antlitz unseres Planeten verändert, mit dem Automobil dem genetischen Trieb nach Mobilität Rechnung getragen und eine faszinierende Erlebniswelt erschlossen. Doch Ressourcenverknappung und Digitalisierung machen der Gutenberg-Ära zu schaffen. Die gleichen Faktoren und der Klimawandel sind ernstzunehmende Anzeichen, dass sich das klassische Automobil in einem Change befindet. Wohin und wie? Dazu waren einige Fragen an Heine-Freund Thomas Timmermanns formuliert worden, auf die er in einem erfrischenden Gespräch am Vormittag des nasskalten 2. Februar 2018 in seinem Büro an der Heerdter Landstraße 110 kompetent, souverän, ambitioniert und leidenschaftlich die Antworten eines versierten Experten in Sachen Automobil fand.

 

In die Fußstapfen seines Vaters getreten, der 1973 ein Autohaus im Stadtteil Heerdt gründete, leitet der gelernte Bankkaufmann Thomas Timmermanns seit 31 Jahren die Geschäfte und Geschicke des Autohauses Timmermanns, das er mit weiteren Standorten in Neuss, Kaarst und Nettetal zu einem linksrheinisches BMW-Imperium ausbaute, in denen 180 Mitarbeiter rund ums Auto beschäftigt sind. Das Portfolio umfasst alle Modelle der BMW-Flotten.

 

Ob der Verbrennungsmotor ein Auslaufmodell ist? Nun, in die Zukunft kann keiner sehen, doch in den Motoren, die mit den Kraftstoffen Benzin und Diesel betrieben werden, steckt noch ein großes Potential technologischer Weiterentwicklung, bei der Reduzierung der Schadstoffemissionen und beim Verbrauch gleichermaßen. Auch nähme eine Umrüstung auf alternative Antriebsarten sehr viel Zeit in Anspruch, sodass der Verbrennungsmotor auch weiterhin eine treibende Kraft in der Automobilindustrie bleiben wird. Ob dem E-Mobil eine glänzende Zukunft beschieden ist? Das bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass die Batterien nur eine bescheidene Reichweite bereitstellen. Außerdem werden riesige Ressourcen für die Herstellung der Batterien und die Erzeugung von Elektrizität benötigt. Die regenerativen Energien können den Bedarf nicht alleine abdecken, auch bereitet die Schaffung der Versorgungsdichte mit Stromanschlüssen große logistische Probleme seitens der Energieversorger und der Immobilienwirtschaft. Nicht zuletzt fallen beim Recyceln von Altbatterien enorme Schadstoffe an. Das sind nur einige Kernprobleme. Die Industrie hat den politischen Auftrag angenommen und bietet E-Mobilität an. BMW zum Beispiel hat im letzten Jahr fast so viele E-Autos verkauft wie Tesla, zwei weniger! Doch letztlich entscheidet der Kunde, und da ist nach wie vor große Zurückhaltung zu verzeichnen. Nach China zu blicken, ist nicht die europäische Perspektive. Wegen des starken Dauersmogs hat die Staatsführung keine andere Wahl, als das E-Auto zu favorisieren.

 

Hört beim selbstfahrenden Auto der Spaß auf? BMW verkauft erfolgreich weltweit seine Autos mit dem Slogan „Freude am Fahren“ und trifft damit den Nerv des Automobilisten. Mobilität als Ausdruck von Freiheit bedeutet nichts anderes, sein Auto als aktiver Pilot zu fahren, es zu steuern, zu beschleunigen und zu verlangsamen. Von Algorithmen chauffiert zu werden, wäre indes der absolute Verlust dieser Autonomie. Und BMW bräuchte einen neuen Markenauftritt. Mitnichten, denn ein reines Roboterfahrzeug wird es bei BMW nicht geben, sodass die Freude am Fahren auch künftig nicht getrübt wird. Es gibt bereits eine Menge sinnvoller Assistenzfunktionen und Systeme, die das Fahren in vielen Aspekten erleichtern und folglich eine zweckmäßige Hilfe sind. Doch letztlich ist der Fahrer der Entscheider in allen essentiellen Handlungsweisen, die das Fahren anbetreffen. Außerdem ist die Robotik noch nicht so ausgereift, dass sämtliche Risiken bewältigt werden können. Viele Objekte können noch nicht eindeutig identifiziert werden, Kinderwagen oder Puppenwagen. Auch sind noch ethische Fragen zu klären, will man dem Fahrer seine Verantwortung nehmen und diese einer amoralischen Maschine überlassen, deren Handlungsmuster programmiert ist und keine der konkreten Situation angemessene Alternative kennt.

 

Nun, ob das Auto der Zukunft Entertainment-Zelle, mobiles Office oder Schlafkombüse ist, bedarf im Lichte der BMW-Philosophie keiner Antwort. Sicher in bestimmten zeitlich eng begrenzten Fahrsituationen ist das Automobil von jedem etwas und noch mehr, wenn Assistenzfunktionen das Auto für eine kurze Strecke sicher führen. Doch last but not least bleibt das Auto das Cockpit für den autonomen Fahrer, zumindest bei BMW.

 

Ob die deutschen Premiummarken auch künftig das globale Leadership in der Automobilbranche beanspruchen können, ist sich Thomas Timmermanns sicher. Auch wenn man nicht in die Zukunft blicken kann, doch auf absehbare Zeit wird sich dieser Markenanspruch halten. Thomas Timmermanns gilt besten Dank für den herzlichen Empfang und für das aufschlussreiche Gespräch, für das er sich einfach Zeit genommen hat.

(hb)

 

 

 

 

 


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