„JEDE ZEIT HAT IHRE AUFGABE,
UND DURCH DIE LÖSUNG DERSELBEN RÜCKT DIE MENSCHHEIT WEITER.“
HEINRICH HEINE

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Mo 03. Feb 2020

"Vom Internet bis zur Raumfahrt: Kann Deutschland noch High Tech?" Ein Bericht von HF Thomas Jarzombek MdB (FOTOGALERIE)

Kann das Land der bedeutenden Erfinder und renommierten Nobelpreisträger für Physik und Chemie noch den Anschluss an die Technologien der näheren Zukunft halten? Die Welt blickt auf Silicon Valley und China. Können wir noch High Tech? Bei der Entwicklung der Raketentechnik war Deutschland federführender Pionier. Wernher von Braun schuf mit der Expertise von Peenemünde die Basis für das Apolloprogramm.

Diese Fragen wollte uns HF Thomas Jarzombek beantworten. Er ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestags, seit 2014 Vorsitzender der CDU in Düsseldorf. Am 11. April 2018 wurde er vom Bundeskabinett zum neuen Koordinator der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt ernannt. Am 31. Juli 2019 erfolgte die Ernennung zum Beauftragten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie für Digitale Wirtschaft und Startups.

 

Die Zeit des Countdowns bis Ignition und Lift-Off nutze HF Dr. Andreas Turnsek zur Begrüßung der in großer Zahl erschienenen Heine-Freundinnen, Heine-Freude und Gäste. Sodann kam er auf den erstmals als Förderpreis ausgelobten Kompositionswettbewerb zu sprechen, der anlässlich der Adventsfeier 2020 vergeben wird. Preisgeld ist ein Jahresstipendium mit einem monatlichen Betrag von € 350. Um die Fördersumme aufbringen zu können, sind Spenden aus dem Heinrich Heine Kreis sehr erwünscht, um die HF Andreas Turnsekt als Vorsitzender bittet. Abschließend erwähnte er noch drei anstehende Veranstaltungen - Matjesessen am Aschermittwoch mit Gastreferentin Anja Dauser, den Besuch des Museums Folkwang in Essen sowie den Besuch des Deutschen Bergbau-Museums und Planetariums Bochum. Hierzu sind noch Anmeldungen erbeten. Eine weitere Exkursion führt im August nach Rheinberg zu Amazon Logistics. Die Termine sind allesamt auf der HHK-Internetseite online.

 

Zu seinem exzellenten Vortrag präsentierte uns  HF Thomas Jarzombek eindrucksvolle Schaubilder zu den jeweiligen Stationen seiner Reise in die abenteuerlichen Sphären der vielfältigen Raumfahrprojekte in der naheliegenden Zukunft. Kein SciFi, Hi-Tech, made in Germany. Um die rhetorische Frage gleich eingangs zu beantworten. Seit geraumer Zeit kreist deutsche Spitzentechnologie in verschiedenen Orbits um unseren blauen Planeten. Zum Beispiel in der Raumstation ISS. Noch deutlicher: Rund 1 Mdr. EUR schießt jährlich die Bundesregierung ins All, um damit die Entwicklung deutscher Raumfahrttechnologie auf die nächste Stufe zu hieven. Deutschland ist nach Frankreich die Raumfahrtnation Nr. 2 in Europa. Neuigkeiten für die meisten Menschen, weil das Thema bei den Medien noch nicht richtig auf dem Schirm ist. Warum ist dieser Technologiezweig so wichtig, wenn schon NASA und vor allem mit der Arianeflotte ESA jahrzehntelang in Sachen space travel und astronautics im All unterwegs sind? Weil mit dieser Schlüsseltechnologie wichtige Projekte realisiert werden können. Wie beispielsweise Erdbeobachtung, Satellitenkommunikation, Satellitennavigation. Damit werden wissenschaftliche, wirtschaftliche, strategische und gesellschaftliche Ziele erreicht, die der Stärkung des Industrie- und Technologiestandorts Deutschland dienen. Auf drei Schienen bewegt sich die deutsche Raumfahrtpolitik, Beteiligung an ESA und EUMETSAT, nationales Weltraumprogramm, Raumfahrtforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Damit ist ein großes Terrain für die bereits aktive Raumfahrtindustrie und das Forschungsnetzwerk in Deutschland abgesteckt und Platz für kommende Startups geschaffen. Fernziel ist, die Spitzenposition in diesem Segment deutlich auszubauen, damit hochleistungsfähige deutsche Unternehmen sich beste Wettbewerbschancen in diesen rapide wachsenden Märkten sichern.

 

Blaupause für das Finanzierungsmodell ist das System Elon Musk, der mit SpaceX das erste private Raumfahrunternehmen gegründet hat. Auf dieser Basis operieren auch deutsche Unternehmen, die in dieser Branche engagiert sind. Beispielsweise die Firma Rocket Factory, die kleine Raketen herstellt. Bekannt ist das ISS-Modul Columbus, das Raumlabor, 2008 angedockt und in Betrieb genommen. Hergestellt wurde es im Auftrag der ESA von der EADS Astrium Space Transportation in Bremen. Geplante Projekte mit deutscher Beteiligung sind der Lunar Orbital Platform-Gateway, eine den Mond umkreisende Raumstation, die in Kooperation von NASA, ESA und Roskosmos ab 2022 im All montiert werden soll. Sie dient als Zwischenstation für Mondlandungen und später Marsmissionen im Rahmen des Artemis-Programms der NASA. Ein Highlight dieses Ensembles ist das Raumschiff Orion, dessen Servicemodul von der ESA mit deutscher Beiteiligung beigesteuert wird. Im Satellitenbau ist das Unternehmen OHB in Bremen mit der Herstellung von 14 Satelliten für das europäische Navigationssatellitenprogramm Galileo beauftragt. Diese innovative Navigationstechnologie ermöglicht Positionsbestimmungen in einer Genauigkeit im 4-Meter-Bereich. Im Bereich der Laserkommunikation ist das in Gilching ansässige Unternehmen Mynaric Lasercom GmbH mit Satelliten und Groundmodulen sehr erfolgreich. Live EO, ein Startup aus Berlin, führt für die Deutsche Bahn Baumanalysen mit Infrastructure Monitoring from Space durch, um Zugausfälle und Verspätungen infolge auf Gleisanlagen gestürzte Bäume den Garaus zu machen. Nicht zuletzt wird mit deutscher Beteiligung das Projekt Dart realisiert. Diese Raumsonde wird 2021 von der NASA auf den Weg zu einem erdnahen Doppel-Asteroiden namens Didymos gebracht, wo sie 2022 aufschlagen soll. Der Aufprall soll eine Kurskorrektur des Asteroiden bewirken, um ihn aus dem Kollisionskurs mit der Erde zu bringen. Asteroidenabwehr ist ein Schwerpunktprojekt, da aktuell rund 900 erdnahe Himmelskörper mit einem Durchmesser von mindestens einem Kilometer observiert worden sind. Wie wichtig der ESA und damit Deutschland als stärkster Beitragszahler das Space-Engagement ist, belegt der mit 14,4 Mrd. EUR bezifferte Etat für 2020. Diese in die nahe Zukunft getätigte Investition zahlt sich indes gewinnbringend auch für Deutschland aus. Die in den Kardinalbereichen Erdobservation, Navigation und Telekommunikation dadurch zu erzielenden Optimierungen kommen der Wirtschaft und den Menschen zugute. Außerdem profitiert infolge Kommerzialisierung die deutsche Wachstumsbranche Raumfahrttechnologie von diesem Kuchen und kann mit neuen Ideen und bahnbrechenden Entwicklungen unter Beweis stellen, dass High-Tech aus Deutschland weiterhin Weltruf genießt, auch im All.

 

Mit starkem Applaus wurde der Vortrag belohnt, der eine rege Diskussion auslöste. Die Digitalisierung unserer Welt bis in die kleinsten Lebensbereiche erfolgt durch die Akzeleration der Entwicklungen und Prozesse in einem atemberaubenden Tempo, dem Schritt zu halten nicht einfach fällt. Doch wie es bereits das Apollo-Programm der NASA zeigt, sind viele Entwicklungen aus der Raumfahrttechnologie auch für andere Wirtschafts- und Lebensbereiche ein großer Nutzen geworden. Per aspera ad astram. Für seinen engagierten Auftritt erhielt HF Thomas Jarzombek aus den Handen von Fr. Andreas Turnsek und BJM ein Buchpräsent des Künstlers und HF Günter Steinmann zum Dank und zur Erinnerung.

 

(hb)

 

 

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