„JEDE ZEIT HAT IHRE AUFGABE,
UND DURCH DIE LÖSUNG DERSELBEN RÜCKT DIE MENSCHHEIT WEITER.“
HEINRICH HEINE

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Mo 06. Mai 2019
Jour fixe

Generationenwechsel im Hause Aengevelt

 (Fotos: www.heine-kreis.de • Termine)

Heine-Freund Dr. Wulff Aengevelt und sein Sohn Mark waren angetreten, um über die Erfolgsgeschichte AENGEVELT Immobilien in der vierten Generation im Familienbesitz zu berichten. Bei Immobilien AENGEVELT hing der Haussegen niemals schief. Denn „AENGEVELT ist anders. Anders, als Sie sich bislang einen Makler vorstellen. Das fängt schon bei der AENGEVELT-Chefetage an. Die auch tatsächlich so heißt, denn bei AENGEVELT sitzen dort Aengevelts. Und das bereits in vierter Generation.“ So der Eingangssatz der Unternehmensphilosophie auf der Internetpräsenz. Wie konnte diese Tradition gewahrt bleiben?

Nun sollte man sich vor Augen halten, dass bis 2020, so die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), bundesweit rund 227.000 Mittelständler beabsichtigen, ihre Unternehmen zu übergeben. Davon streben immerhin 45 % eine Nachfolgeregelung innerhalb der Familie an, jedoch nur 29 % realisieren nach Erhebung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) den Generationswechsel. Folglich werden deshalb innerbetriebliche Lösungen durch Übernahme von Miteigentümern oder Mitarbeitern(12 %) oder externe Optionen wie Verkauf (18 %) angestrebt. Die jungen Chefs aus dem eigenen Nachwuchs indes sind durchaus optimistisch gestimmt: 29% erwarten bessere Geschäfte, nur 11% nach der Übernahme Einbußen. Mit 18 Punkten liegen sie aber deutlich optimistischer im Geschäftsklimaindex als mit nur 11 Punkten die Gesamtwirtschaft. Warum? Die in die Fußstapfen ihrer Väter gestiegenen Junioren erwarten vor allem durch die digitale Transformation Zuwächse in den bestehenden Geschäftsfeldern sowie die Erschließung neuer Geschäftsbereiche.

 

Auf welche Weise sich der nahtlose Generationswechsel bei Aengevelt in die mittlerweile vierte Generation vollzogen hat, berichteten Heine-Freund Dr. Wulff Aengevelt und sein Sohn Mark den zahlreich erschienenen Heine-Freunden und ihren Damen. Die Wortbeiträge der beiden Referenten sind in diesem Bericht nur verkürzt und nicht vollständig enthalten.

 

Dr. Andreas Turnsek, Vorstandsvorsitzender, eröffnete den Jour fixe und leitete mit einigen Zahlen und Fakten zum Unternehmen Aengevelt in das Thema ein. Noch in der wilhelminischen Ära am 1. April 1910 in Düsseldorf gegründet, befindet sich das Familienunternehmen seit fast 110 Jahren auf sicherem Erfolgskurs und konnte auch die herben Zäsuren der beiden Weltkriege durch engagiertes Ärmelaufkrempeln als couragierter Wiedereinstieg ins Immobiliengeschäft kompensieren. Mark Twain, Lew Nikolajewitsch Tolstoi und Robert Koch waren Zeitgenossen von Leo Aengevelt, der an einem Freitag die Firma gründete und sie in den Folgejahren ausbaute. 1936 übergab er dann als persönlich haftender Gesellschafter das Unternehmen seinem legendären Sohn Willi, nach dem seit 2010 eine Straße in Düsselthal benannt ist. Die dritte Generation stieg 1965 sowie 1969 in personae Dr. Lutz Aengevelt und Dr. Wulff Aengevelt in die Unternehmensleitung ein, fortan unter AENGEVELT Immobilien KG als Personengesellschaft. Ab 2003 erfolgte die Umstrukturierung in die AENGEVELT Immobilien GmbH & Co. KG, in der nun Chiara Aengevelt und Mark Aengevelt als geschäftsführende Gesellschafter - neben ihren Vätern Lutz und Wulff - die vierte Generation auf gleicher Augenhöhe bilden.

 

Dr. Wulff Aengevelt berichtete, dass der Firmengründer Leo aus der Versicherungsbranche in das Maklergeschäft wechselte, weil er aufmerksam die Entwicklung des Gebäudemarktes beobachtet hatte. In der Zeit seines Frontdienstes im Osten bis 1918 führte seine Ehefrau, ein „Germania“-Typ, die Geschäfte. Sein Sohn Willi, der jüngste von drei Kindern, übernahm dann im jungen Alter von 24 das Zepter. In der Schule, einem Elitegymnasium in Krefeld, nicht der Primus, eher Tunichtgut, aber sehr praktisch begabt, fiel die Wahl auf ihn. Ein Glücksgriff, weil Willi Aengevelt das prosperierende Unternehmen umsichtig und mit Weitblick bis ins Alter von 78 Lebensjahren führte. Unterbrochen wurde sein unternehmerisches Engagement durch den 2. Weltkrieg, in dem er als Soldat an der Ostfront diente. In der Nachkriegszeit widmete er sich neben seinen unternehmerischen Verpflichtungen in der Zusammenarbeit mit der Umlegungsbehörde der Stadtentwicklung. Zu nennen wären hier die Neugestaltungen der Immermannstraße, Berliner Allee, Tucht-Insel und Tausendfüßler. Auch bei den Arrondierungen der Kö-Galerie und Schadow-Arkaden war er gestalterisch involviert.

 

Seine beiden Söhne sollten nun sein Erbe fortführen. Dr. Wullf Aengevelt hatte indes andere Ambitionen, wollte Berufspolitiker werden. Vater Willi überzeugte ihn jedoch, erst einmal eine wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen, er hätte dann stets ein Ass im Ärmel. Mit diesem Trick gelang es schließlich, den Junior in die Firma zu holen und ihn auf die Bestellung zum Geschäftsführer vorzubereiten. 1969 hatte Willi Aengevelt sein Ziel erreicht, mit 78 Jahren übergab er die Leitung des Unternehmens an seine beiden Söhne. Seinen Politikertraum konnte sich Dr. Wulff Aengevelt dennoch erfüllen, indem er zwölf Jahre in der Bezirksvertretung 2 politisch aktiv war. Im Rückblick auf die Weichenstellungen und getroffenen Entscheidungen bereue er keinen Schritt.

 

Sohn Mark musste nicht mit einem Trick für das Immobiliengeschäft gewonnen werden. Schon schulische Bildung und berufliche Ausbildung waren von vornhinein auf den Eintritt ins Unternehmen als vierte Generation ausgerichtet. Chiara und er sammelten erst einmal professionelle Erfahrungen in Unternehmensberatungen, um auch den kritischen Blick von außen auf die Herausforderungen und Trends der Branche und die Positionierung des Familienunternehmens zu gewinnen, das heute mit 125 Mitarbeitern als einer der deutschlandweit größten und anhand der Firmengeschichte erfahrensten Immobiliendienstleister gilt, dessen Markenkern stets Innovation war und ist.

 

In der abschließenden Fragerunde wollte Dr. Andreas Turnsek wissen, nach welchem Prinzip das Haus Aengevelt nun zu viert die Geschicke des Unternehmend leitet. Einstimmigkeit war spontan die einstimmige Antwort von Vater und Sohn. Dadurch würden Konflikte im Vorfeld bereits vermieden und bei Schieflagen a posteriori keine Sündenbocksuche betrieben. Gäbe es keine Einstimmigkeit bei Planungen und Projekten, so würde man einstimmig davon Abstand nehmen. So bliebe natürlich der Betriebsfrieden und die volle Energie für die Geschäftsentwicklung gewahrt. Es gäbe schließlich ein negatives Beispiel in dieser Stadt, das ständig Schlagzeilen über Prozesse generiere.

 

Wichtig sein auch, dass man mit Freude seine Arbeit verrichte, auch wenn das Maklerbusiness ein knallhartes Geschäft sei, das in einer Vierzigstundenwoche nicht zu bewältigen wäre. Weiterhin sei absolutes Vertrauen zueinander, sprich offene Karten, das tragende Fundament, Bestand und organisches Wachstum in diesem hart umkämpften Markt zu halten und voranzutreiben. Der gesunde Mix aus den langjährigen Erfahrungswerten der Senioren und den frischen Impulsen der Junioren geben das Erfolgsrezept ab.

 

Zum Abschluss verblieb nur noch die Zeit, einen kurzen Blick auf das Entwicklungsprojekt an der Worringer Straße zu werfen, der Postkomplex gegenüber dem Immermannhof. Dort entsteht ein weiteres städtebauliches Highlight, das Kultur und Kunst wieder ins Stadtzentrum bringt und das mittlerweile heruntergekommene Areal am Hauptbahnhof signifikant aufwertet.

 

Mit großem Applaus wurden Vater und Sohn für ihre Beiträge bedacht. Bernd J. Meloch überreichte als kleine Geste des Dankes zwei Bildbände des in Hattingen lebenden und international wirkenden Künstlers Heine-Freund Günter A. Steinmann, da das Haus Aengevelt die Bücher über die Stadtgeschichte Düsseldorfs aus der Feder von Heine-Freund Dr. Edmund Spohr bereits kennt. Der Abend klang sodann mit einem geselligen Beisammensein aus.

 

(hb)

 

 

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