„JEDE ZEIT HAT IHRE AUFGABE,
UND DURCH DIE LÖSUNG DERSELBEN RÜCKT DIE MENSCHHEIT WEITER.“
HEINRICH HEINE

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Mo 02. Jul 2018
Jour fixe
mit Damen

Heine-Freund Norbert Wesseler: "Aktuelle Herausforderungen für die Polizei"

Der Polizeipräsident der Landeshauptstadt Düsseldorf  –  Heine-Freund Norbert Wesseler  –  berichtet an Hand von aktuellen Beispielen über die ständig gewachsenen und sich verändernden Herausforderungen in der Polizeiarbeit.


Dr. Andreas Turnsek begrüßte die anwesenden Heine-Freunde und ihre Damen und gab bekannt, dass mit dem diesjährigen Heinrich-Heine-Förderpreis zwei ambitionierte Projekte ausgezeichnet werden, die sich um den Nachwuchs in Düsseldorf kümmern und beide zur kulturellen Erziehung beitragen.

 

Bei „Theater auf Rezept“ verschreiben seit fünf Jahren Kinder- und Jugendärzte im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen Gutscheine für den Besuch im örtlichen Theater. Die gewünschte Nebenwirkung besteht darin, jungen Menschen das Theater schmackhaft zu machen, damit sie dort hautnah erleben, dass Fantasie und Abenteuer nicht nur digital vermittelt werden können.

 

"MENTOR - Die Leselernhelfer Düsseldorf e.V." helfen engagiert dabei, die Defizite im sprachlichen Bereich junger Menschen abzubauen, die sich sehr nachteilig auf die soziale Integration und berufliche Entwicklung auswirken. Die Fähigkeit, mit Lesen soziale Teilhabe und Unabhängigkeit zu erreichen, entspricht auch den Werten, für die Heinrich Heine vehement eintrat.

 

Nach dieser Eröffnung drückte er seine Freude aus, dass Heine-Freund Norbert Wesseler, seit Februar 2014 Polizeipräsident in Düsseldorf, für seinen Vortrag „Aktuelle Herausforderungen für die Polizei“ gewonnen werden konnte, und überreichte ihm das Mikrofon.

 

Norbert Wesseler begrüßte das Auditorium mit der erfreulichen Botschaft, dass seit Februar 2017 das Land NRW jährlich 2.300 Polizistinnen und Polizisten zusätzlich einstellt und mit dieser personellen Verstärkung die passende Antwort auf die Herausforderungen gefunden hat, die durch Terror, Hooligans, Vandalismus, Einbrüche und Diebstähle die Risikolage verschärft und sichtlich Ängste in der Bevölkerung geschürt haben. Vordringliche Aufgabe und Ziel der Polizeiarbeit, für Sicherheit von Leib und Leben der Menschen und Schutz des Eigentums zu sorgen, werde durch diese Aufstockung gestärkt. Außerdem sei der Polizeiberuf mittlerweile so attraktiv, dass sich rund 10.000 junge Schulabgänger beiderlei Geschlechts jährlich für diese Ausbildung bewerben, für die man die Hochschulreife und weitere Eignungen besitzen muss.

 

Im Anschluss erläuterte er die in vier Direktionen aufgeteilte Organisationsstruktur der Polizei Düsseldorf. Es sind die Direktion Gefahrenabwehr, Direktion Kriminalität, Direktion Verkehr und Direktion Zentral Aufgaben. An Beispielen aus dem Polizeialltag informierte er über die speziellen Tätigkeitsbereiche und Aufgabenschwerpunkte der Direktionen, die im Verbund und in enger Abstimmung rund um die Uhr und rund ums Jahr im Einsatz sind, um für die Einhaltung von Ordnung und öffentlicher Sicherheit in der Landeshauptstadt Düsseldorf zu sorgen. Düsseldorf ist als eine der Metropolen in NRW und vor allem als Landeshautstadt Schauplatz vieler Demonstrationen und Austragungsort von zahlreichen Sportveranstaltungen und großen Events. Hinzu kommen Personen- und Objektschutz im Rahmen der Verpflichtungen für die Landesregierung. Durch die Bündelung von Spezialisten und Experten in den fünf Polizeipräsidien (Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Köln und Münster gegenüber 47 Kreispolizeibehörden) rücken Düsseldorfer Spezialisten häufig auch bei schweren Straftaten in Nachbarkommunen aus. Anhand dieser Einsatzgeografie ist erkennbar, wie weit über das Stadtgebiet hinaus der Aktionsradius der Polizei Düsseldorf ist. Außerdem müssen auch die Aufgaben der Autobahnpolizei von den fünf Präsidien wahrgenommen werden.

 

Im Fazit ist die Polizei Düsseldorf gut aufgestellt, ihre vielseitigen Aufgaben zu erfüllen. Neben der originären Gewährleistung von Ordnung und öffentlicher Sicherheit erfüllt sie ihre Pflichten in der Strafverfolgung, der Gefahrenabwehr, der Verkehrsüberwachung und in der Notfallhilfe. Auch in im präventiven Bereich leistet die Polizei gute Arbeit. „Wehret den Anfängen“ nimmt die Polizei hier vor Ort sehr ernst und hat in Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaft, Jugendgerichtshilfe, Jobcenter und Bildungseinrichtungen der Jugendberufshilfe große Erfolge, mit der „Gelben Karte“ jugendliche Ersttäter abzuschrecken.

 

Die aktuellen Kriminalstatistiken belegen die guten Ergebnisse der Polizei Düsseldorf. Die Zahl der Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen ist um 10 Prozent gestiegen. Die Fallzahlen konnten um 34 % auf 1.560 Delikte reduziert werden, womit der Tiefstwert von 2007 mit 1.644 Fällen unterschritten ist. Auch die Fallzahlen bei Taschendiebstählen gingen um 27 % zurück. Bei den Intensivtätern konnten 12 aus dem Verkehr gezogen werden, die in Untersuchungs- bzw. Strafhaft genommen wurden.

 

Festgehalten werden können ein Rückgang der Gesamtkriminalität sowie eine signifikante Verbesserung der Aufklärungsquote. Neben Wohnungseinbrüchen und Taschendiebstählen sind auch Diebstähle aus Kraftfahrzeugen und Raubüberfälle auf Straßen, Wegen oder Plätzen rückläufig. Die Anzahl der Rauschgiftdelikte nimmt leider zu.

 

Die Polizei Düsseldorf ist auf einem guten Weg und wird auch im laufenden Jahr stets um die Wahrung der öffentlichen Sicherheit bemüht sein. Terrorismus ist nun mal eine nie dagewesene Bedrohungslage und für die Prävention ein Dunkelfeld. Hierbei ist auch das Polizeipräsidium Düsseldorf auf die nachrichtendienstlichen Erkenntnisse der Landeskriminalämter und des Bundeskriminalamtes angewiesen.

 

Norbert Wesseler bekam verdienten Beifall für seine Ausführungen, mit denen er angesichts der ihm gebotenen Zeit nur einige Felder der Polizeiarbeit beleuchten konnte.

 

In der anschließenden Diskussion drehte es sich wesentlich um das Verkehrsrowdytum von Autofahrern gegen Fahrradfahrer und Fußgänger sowie um den erkennbaren Trend von Messerattacken. Zebrastreifen an allen Kreuzungen empfiehlt Heine-Freund Horst Gläsker als Mittel, die Autofahrer zur Räson zu bringen. Heine-Freund Frank von Fraunberg schlägt vor, Messer als Tatwaffe mit in die Statistik aufzunehmen. Dass die Polizei das im Blick hat, konnte Norbert Wesseler versichern.

 

Verfasser dieser Zeilen ist seit mehr als dreißig Jahren Altstadtbewohner und wurde schon mehrfach erfolglos „angetanzt“, weil er dank seiner Reserveoffiziersausbildung mit Courage und einer schneidenden Kommandostimme ausgestattet ist. Das half stets. Er passierte auf seinem Heimweg nach dem Jour fixe die Wache Altstadt an der Ratinger Straße. Näher am Geschehen, zweifellos. Doch die Mühlenstraße hatte wegen der Präsenz direkt an der Ereigniszone einen enormen psychologischen Vorteil. Schade, dass dieser Standort aufgegeben werden musste.

 

 

(hb)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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