„JEDE ZEIT HAT IHRE AUFGABE,
UND DURCH DIE LÖSUNG DERSELBEN RÜCKT DIE MENSCHHEIT WEITER.“
HEINRICH HEINE

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Mi 27. Feb 2019

PRESSEKONFERENZ ANLÄSSLICH DER AUSZEICHNUNG FÜR ZIVILCOURAGE VON JACQUES TILLY (FOTO)

Am 27. Februar 2019 fand ab 11:00 Uhr im Lesesaal des Heinrich-Heine-Instituts, Bilkerstraße 12, die Pressekonferenz anlässlich der Verleihung der Auszeichnung für Zivilcourage des Heinrich Heine Kreis e.V. an Jacques Tilly in Anwesenheit des Preisträgers statt. Der Vorstand des Heine-Kreis war mit Dr. Andreas Turnsek und Bernd J. Meloch vertreten. Seitens des Heine-Instituts nahm die Direktorin, Frau Dr. Sabine Brenner-Wilczek, an der PK teil. Von den Düsseldorfer Tageszeitungen erschienen Journalisten von der Rheinischen Post, der Westdeutschen Zeitung und Express Düsseldorf.

 

Dr. Andreas Turnsek sprach nach der Begrüßung einführende Worte, nannte die Gründe, die das Kuratorium und den Vorstand überzeugt hatten, Jacques Tilly als ersten Preisträger des im April 2016 ins Leben gerufenen Vereins Heinrich Heine Kreis auszuzeichnen, und moderierte die PK. Frau Dr. Brenner-Wilczek begrüßte im Namen des Heine-Instituts die Entscheidung zugunsten des weltweit bekannten Karnevalswagenbau-Künstlers. Jaques Tilly berichtete über seine Motive und Absichten, mit beißender Satire und subtilem Humor gesellschaftspolitische Fehlentwicklungen und antidemokratische Tendenzen wie Antisemitismus, Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Zensur aufmerksamkeitsstark zu kritisieren und an den medialen Pranger zu stellen. Die nachstehende kurze Zusammenfassung gibt die Kernaussagen und den Tenor der PK wieder, die dem Heinrich Heine Kreis e.V. ein gutes Medienecho bescherte.

 

„Jacques Tilly steht für Mut ohne Massen im Rücken“ pointierte Dr. Andreas Turnsek das Maß an Zivilcourage, die der Karnevalswagenbau-Künstler, so die Berufsbezeichnung, bei der Kreation und künstlerischen Ausgestaltung seiner mittlerweile weltbekannten Motivwagen aufbringt. Ist dies die Metapher eines Kräfteparallelogramms, so verweist sein zweites Statement von der „Pappmaché gegen Populismus“ auf den Härtegrad des Materials, mit dem Jacques Tilly die negativen Tendenzen und demokratiegefährdenden Entwicklungen in seiner satirischen, ironischen und humorvollen Art kritisch geißelt. „Seine Botschaften werden von vielen wahrgenommen“, so Dr. Andreas Turnsek. Mit dem weichen, zerbrechlichen Stoff werden Szenerien geschaffen, die deutliche Signale wahrnehmbar ausstrahlen. Diese Faszination verbindet Jacques Tilly mit Heinrich Heine, dessen Strahlkraft von den Worten ausging, die mit Tinte auf weichem Papier festgehalten wurden. Frau Dr. Sabine Brenner-Wilczek zitierte das Heine-Bonmot von der „Wilde(n) Ehe zwischen Scherz und Freiheit“, um Jacques Tillys Zivilcourage zu charakterisieren. „Seine Themen bewegen die Welt“, fügte sie hinzu.

 

Jacques Tilly kam in seiner sprichwörtlichen Bescheidenheit in punkto Heldenmut auf seine Angstfreiheit zu sprechen, die ihm ungeachtet der Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen die Rechtstaatlichkeit Deutschlands und die funktionierende Justiz garantieren. In anderen Ländern, Saudi-Arabien oder Russland beispielsweise, könne er seine Arbeit erst gar nicht ausführen. Selbst im weltoffenen Italien, wo er gerne im Urlaub verweilt, wäre infolge der politischen Veränderungen ein geistiger Klimawandel deutlich spürbar. Ist Angstfreiheit ein tragendes Fundament künstlerischer Courage, so kommt in Düsseldorf natürlich noch die Narrenfreiheit hinzu, die ihm seine Karnevals-Oberen aller Couleurs für seine schöpferische Arbeit gewähren. Für ihn persönlich gäbe es nur ein Kriterium für Zensur. „Nicht langweilen“. „Heine“, so Jacques Tilly, „ist seit Schultagen mein Fixstern. Einer der wenigen deutschen Literaten, die mit Humor und Selbstironie umgehen konnten. Er hatte eine charmante Leichtigkeit.“

 

Die PK war die Auftaktveranstaltung zur feierlichen Auszeichnung von Jacques Tilly durch den Heinrich Heine Kreis e.V., die am 28. März 2019 ab 19:00 Uhr in festlichem Rahmen im Plenarsaal des Rathauses der Landehauptstadt Düsseldorf im Beisein von Oberbürgermeister Thomas Geisel, Heine-Freund und Kuratoriumsmitglied, in Anwesenheit zahlreicher Heine-Freunde nebst Damen und vieler Gäste stattfindet.

 

App-Leser finden weitere Informationen und Fotos unter NEWS auf der Internetseite des HHK.

 

Die Medienberichte können unter Presse Aktuell eingesehen werden. Das Foto wurde von der Rheinische Post zur Verwendung freigegeben.

 

(hb)

 

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