„JEDE ZEIT HAT IHRE AUFGABE,
UND DURCH DIE LÖSUNG DERSELBEN RÜCKT DIE MENSCHHEIT WEITER.“
HEINRICH HEINE

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AUSZEICHNUNGEN FÜR ZIVILCOURAGE

Um Persönlichkeiten auszuzeichnen, die durch ihr Handeln und Wirken für eine freie, offene und tolerante Gesellschaft eintreten, wurde vom Heine Kreis, der damals noch den Namen Freundeskreis Heinrich Heine trug, 2006 der Preis für Zivilcourage gestiftet. Bei der Preisverleihungen wird dem jeweiligen Preisträger eine von Jörg Immendorff gestalte Bronzeskulptur überreicht, die zwei Hände darstellt, die ein Medaillon mit dem Porträt von Heinrich Heine umfassen.

 

Nach einer dreieinhalbjährigen Pause, die nach dem Tod von Karl-Heinz Theisen, Initiator und Gründer des Freundeskreises Heinrich Heine, der Neuausrichtung als eingetragener Verein und der Konsolidierung des Heinrich Heine Kreises e.V. geschuldet war, wurde die Tradition der Auszeichnung für Zivilcourage wieder aufgenommen. In einer Juryentscheidung gemeinsam mit dem Kuratorium und dem Vorstand des Heinrich Heine Kreis e.V. wurde einstimmig der Düsseldorfer Kommunikationsdesigner und Karnevalswagen-Künstler Jaques Tilly als Preisträger der ersten Auszeichnung durch den Heinrich Heine Kreis e.V. gewählt. Die mit € 3.000,00 dotierte Auszeichnung wurde Jacques Tilly am Abend des 28. März 2019 im Rahmen eines Festaktes im Plenarsaal des Rathauses der Landeshauptstadt Düsseldorf verliehen. Jaques Tilly erhält diese Auszeichnung für sein langjähriges Engagement, mit seinen mittlerweile weltberühmten Mottowagen in der ihm eigenen Bildsprache von Humor und Satire erkennbare gesellschaftspolitische Missstände, menschenrechtsverletzende Ungerechtigkeit und demokratiegefährdende Entwicklungen anzuprangern. Sein couragiertes Eintreten für Freiheit und Frieden wird indes von vielen Zeitgenossen mit Beleidigungen, Beschimpfungen und Bedrohungen für Leib und Leben quittiert. Sein kritischer Geist hat die Qualität, die Heinrich Heine in einem Bonmot zu Papier gebracht hat. "Weise erdenken neue Gedanken, und Narren verbreiten sie" (Heinrich Heine).

 

In der Ära des Freundeskreises Heinrich Heine wurden folgende Persönlichkeit mit dieser Auszeichnung geehrt:

 

Erster Preisträger war am 21.04.2006 der Schriftsteller, Humanist und Chronist des deutschen Bürgertums Prof. Dr. h.c. mult. Walter Kempowski, der für sein gesellschaftliches Engagement, seine Werke und seine kritischen Reden und Kommentare geehrt wurde. Die Laudatio hielt der Pfarrer und spätere Bundespräsident Joachim Gauck.


Es folgte am 28.09.2007 der Schriftsteller, Journalist und Regisseur Dr. h.c. Ralph Giordano. In ihrer Laudatio hob die Publizistin Prof. Lea Rosh sein gesellschafts- und sozialpolitisches Engagement hervor, seine Werke und seine kritischen Veröffentlichungen, Reden und Kommentare sowie seine Warnungen vor einem erstarkenden Rechtsextremismus.

Der katholische Theologe, Kirchenkritiker und langjährige Direktor des Instituts für Ökumenische und Interreligiöse Forschung in Tübingen Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Küng wurde am 28.11.2008 als interreligiöser Vordenker mit dem Preis für Zivilcourage geehrt. Der Laudator Rabbiner Walter Homolka, Rektor des Abraham Geiger Kollegs an der Universität Potsdam, sprach von Küngs mutigem und intensivem Bemühen für eine Verständigung der unterschiedlichen Weltreligionen mit einem gemeinsamen, elementaren Ethos.

Für ihren engagierten und kämpferischen Einsatz gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus und für ihr Eintreten für das Existenzrecht des Staates Israel wurde am 20.11.2009 Iris Berben mit dem Preis für Zivilcourage ausgezeichnet mit einer Laudatio des Juristen, Politikers, Publizisten und Fernsehmoderators Michel Friedmann.

Am 22.07.2011 erhielt die Journalistin Dr. Antonia Rados den Preis für ihre vorbildliche journalistische Arbeit und ihre couragierte Berichterstattung aus den Krisengebieten der Welt. In seiner Laudatio hob der frühere WDR-Intendant Dr. h.c. Fritz Pleitgen ihre große persönliche Zivilcourage hervor, mit der immer ihre Berichterstattung verbunden sei. Durch ihren außerordentlich mutigen Einsatz sei es ihr gelungen, im durch kriegerische Unruhen erschütterten Libyen ein Interview mit Muammar al-Gaddafi in seinem Wüstenzelt zu führen.

Der nächste Preisträger war der Innenpolitiker Wolfgang Bosbach, der am 21.08.2013 ausgezeichnet wurde, weil er die Öffentlichkeit immer ungeschminkt über die jeweilige politische Situation informiert und damit zum Verständnis der oft sehr komplizierten politischen Umstände beiträgt. Er sei ein kluger Kopf, ein mutiger Streiter und wie er für seine Überzeugungen eintrete, verdiene Respekt, erklärte der Laudator Armin Laschet, Landesvorsitzender der CDU.

Der bisher letzte Preisträger war der Musiker Peter Maffay, der am 06.09.2015 geehrt wurde, und zwar für seine zahlreichen Aktivitäten gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz. Armin Laschet, der aufgrund einer engen persönlichen Beziehung zu dem Preisträger erneut Laudator war, berichtete von Maffays intensiver Unterstützung traumatisierter Kinder und von seinem Einsatz für Roma und für Projekte in seinem Geburtsland Rumänien.

 

 

Beschreibung der Bronze-Skulptur:

 

Zwei Hände umfassen ein Medaillon (Kokarde) mit einem Porträt von Heinrich Heine. Eine Kokarde ist ein ursprünglich kreisförmiges Abzeichen oder ein Aufnäher, meist militärischer oder politischer Bedeutung – auf Kleidern, an Uniformmützen, als Lackierung auf Flügeln von Militärflugzeugen. Spätere Formen waren Schleifen und Ovale.

 

Technische Daten:     Höhe  23 cm, Gewicht  3 kg

Material:                    Bronze, patiniert

Künstler:                   Prof. Jörg Immendorff

Herstellung:              Kunstgießerei Schmäke, Düsseldorf

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